Über uns

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Herausforderung Demenz

Immer mehr Menschen mit Demenz in Deutschland

Aktuell leiden allein in Deutschland 1,7 Millionen Menschen an einer Demenzerkrankung. Dazu zählen: die Frontotemporale Demenz (FTD), die Vaskuläre Demenz, die Lewy Körperchen-Demenz und natürlich die  häufigste Form, -  die Alzheimer-Demenz. Ihr gemeinsames Merkmal  ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Allgemein wird Demenz als ein fortschreitender Prozess beschrieben, bei dem die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses immer weiter abnimmt. Dadurch kommt es zunehmend zu Veränderungen in der Persönlichkeit und im zwischenmenschlichen Verhalten.

Alzheimer - Die häufigste aller Demenzformen

Die Bezeichnung der Alzheimer-Demenz geht  auf den deutschen Psychiater Alois Alzheimer zurück, der diese Krankheit 1901 bei seiner Patientin Auguste Deter als erster Mediziner beschrieb. Die Alzheimer-Krankheit ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der die Nervenzellen absterben. Dadurch verschlechtern sich nach und nach die geistigen Fähigkeiten. Das Erinnerungs- und das Orientierungsvermögen nehmen allmählich ab und die sprachliche Ausdrucksfähigkeit schwindet. Bis heute ist die Ursache der Alzheimer-Erkrankung nicht vollständig geklärt. In der Regel treten die Symptome bei dieser Form der Demenz ab dem 65. Lebensjahr auf. Die physiologischen Veränderungen im Gehirn beginnen aber schon in der Lebensmitte,  im dritten oder vierten Lebensjahrzehnt, - also lange bevor sich die Krankheitssymptome bemerkbar machen.

Lewy-Körperchen-Demenz – Zweithäufigste Demenzform  mit parkinsonähnlichen Symptomen

Die Lewy-Körperchen-Demenz ist nach der Alzheimer-Demenz die  zweithäufigste Demenzerkrankung, an der vermutlich 15 Prozent  alle Demenzpatienten leiden. Benannt wurde sie nach dem deutschen Neurologen  Friedrich H. Lewy. Ursächlich für die Entstehung ist die Veränderung bestimmter Hirnzellen. Jene veränderten Hirnzellen werden Lewy-Körperchen genannt. Die Lewy-Körperchen-Demenz ähnelt der Alzheimer-Demenz,  weshalb sie  schwer voneinander zu unterscheiden sind. Mischformen sind möglich. Kennzeichnend für eine Lewy-Körperchen-Demenz sind: Starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit und der Aufmerksamkeit, detailreiche Halluzinationen, leichte Parkinsonsymptome wie zitternde Hände oder Steifigkeit der Glieder. Stürze und Bewusstlosigkeit sind weitere mögliche Symptome.

Frontotemporale Demenz (FTD) - Selten und persönlichkeitsverändernd

Die Frontotemporale Demenz (FTD) zählt zu den seltenen Demenzformen. Weniger als zehn Prozent aller Menschen mit Demenz sind hiervon betroffen. Bei der FTD gehen die Nervenzellen im Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns zugrunde. Durch die Veränderung des Stirnhirns kommt es bei den Betroffenen zu Auffälligkeiten, die sich vor allem durch nachlassendes Einfühlungsvermögen und sozial unangepasstes Verhalten wie zunehmende Taktlosigkeit, Aggressivität  oder Teilnahmslosigkeit gekennzeichnet sind. Je nachdem, in welchen Teil des Großhirns die Nervenzellen absterben, können die Symptome unterschiedlich ausfallen. Mit Fortschreiten der Krankheit kommen Sprach- und Gedächtnisstörungen hinzu. Typisch für diese Form der Demenz ist, dass die Betroffenen kein Einsehen in ihre Krankheit haben. Im Durchschnitt bricht FTD im Alter zwischen 50 und 60 Jahren aus, allerdings können in sehr seltenen Fällen auch schon zwanzigjährige daran erkranken.

Vaskuläre Demenz (VAD) – Gedächtnisverlust in Folge von Gefäßverkalkungen

Bei vaskulären Demenzen sind Durchblutungsstörungen des Gehirns für das Absterben von Nervenzellen verantwortlich. Je schwerwiegender die Durchblutungsstörung, umso ausgeprägter die Demenz. Die mangelhafte Blutversorgung des Gehirns geht auf Gefäßverkalkungen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle  zurück. Der Beginn dieser Demenzform  ist oft schleichend und die Unterscheidung von der Alzheimer-Demenz schwierig. Allerdings unterscheiden sich die Symptome. Anders  als bei der Alzheimer-Demenz stehen nicht die Gedächtnisstörungen im Vordergrund, sondern Verlangsamung, Denkschwierigkeiten oder Stimmungsschwankungen. Werden die Risikofaktoren rechtzeitig behandelt, ist eine prinzipielle Vorbeugung der vaskulären Demenz möglich.

Heilung bis heute nicht möglich

Bis heute ist eine Heilung aller Demenzformen nicht möglich. Einige krankheitsbegleitende Symptome können mit Medikamenten bestenfalls abgemildert oder hinausgezögert werden. Ein Durchbruch bei der Bekämpfung von Demenzerkrankungen wird nur durch weitreichende Investitionen beziehungsweise durch eine massive Ausweitung von Forschungsprojekten zu erreichen sein. Ohne wirksame Therapien wird die Zahl der dementiell Erkrankten aufgrund der steigenden Lebenserwartung im Jahr 2050 schon bei drei Millionen liegen. Nach aktuellen Berechnungen könnte sogar  jeder Dritte im Laufe seines Lebens an einer Demenz erkranken.

Ziele der Stiftung

Ziel der Stiftung ist es, die Demenz-Forschung am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) mithilfe von privatem Kapital wirksam zu unterstützen, damit schnellere Fortschritte in der Medizin erreicht und Demenzerkrankungen frühzeitig diagnostiziert werden können und Menschen mit Demenz  künftig von besseren Therapiemöglichkeiten profitieren.

Ein weiteres Handlungsfeld sieht die Stiftung darin, das Thema Demenz durch Aufklärung der Öffentlichkeit aus der Tabuzone herauszuholen und Vorurteile gegenüber der Krankheit und den Betroffenen abzubauen. Die Deutsche Demenzhilfe fordert ein würdevolles Altern und tritt für gesellschaftliche Verantwortung im Pflegesystem ein.

Förderbereiche der Stiftung

Die Stiftung Deutsche Demenzhilfe fördert Wissenschaftler*innen und Projekte am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) grundsätzlich aus allen fünf Forschungsbereichen:

  • Grundlagenforschung
  • Klinische Studien
  • Versorgungsforschung
  • Populationsforschung
  • Systemmedizin

Ein besonderer Schwerpunkt der Stiftung liegt auf der Exzellenzförderung, also der Förderung von jungen, außergewöhnlichen Talenten und ihren herausragenden Projektideen.

Forschung stärken und wissenschaftliche Nachwuchsgruppen fördern

Wenn es darum geht, vorbeugende und heilende Therapien zu finden, können gerade junge und  hochbegabte Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag zum Fortschritt leisten. Daher möchte die Stiftung die Etablierung von wissenschaftlichen Nachwuchsgruppen am DZNE unterstützen. In diesen Bereichen strebt die Stiftung eine Ausweitung der Forschung durch Nachwuchsgruppen an:

  • Immunsystem und Entzündung
  • Alterung und Resilienz
  • Gesundheitsversorgung
  • Klinische Forschung
  • Gesundheitsbezogene Populationsforschung

Innovative Minds Programm: Förderung von Postdoktoranden mit vielversprechenden Projektideen

Während ihrer Forschungstätigkeit am DZNE entwickeln viele  junge Wissenschaftler*innen interessante Projektideen, die mangels finanzieller Mittel nicht alle umgesetzt werden können. Die Stiftung fördert exzellente  junge Wissenschaftler*innen, damit sie  ihre vielversprechenden Forschungsansätze weiter verfolgen können. Nach vorheriger Teilnahme an einem Workshop, in dem das Rüstzeug für die professionelle Erstellung von Stiftungsanträgen vermittelt wird, können die Teilnehmer ihren Projektantrag bei der Deutschen Demenzhilfe einreichen. Anschließend bewertet ein Gutachterausschuss die Anträge hinsichtlich ihrer Relevanz für die Forschung und ihrer Methodik. Die finale Entscheidung über die Förderung trifft das Kuratorium in seiner jährlichen Sitzung. Einzelanträge fördert die Stiftung mit bis zu 10.000 EUR und Gruppenanträge mit bis zu 30.000 EUR. Die Ausschreibung zum Innovative Minds Programm erfolgt einmal im Jahr über die internen Kommunikationskanäle des DZNE.   

Technologietransfer: Innovationen und Fortschritte zum Nutzen der Gesellschaft

Am DZNE arbeitet eine Reihe von Wissenschaftlern an Projekten, die darauf ausgerichtet sind, Forschungsergebnisse in die medizinische Anwendung zu bringen, damit  Patienten und die Gesellschaft davon profitieren können. Zu den Produkten, die in die medizinische Anwendung überführt werden können, zählen beispielsweise Programme, Apps und smarte Sensoren, die entweder für eine frühe Diagnose, für die Entwicklung eines Krankheitsverlaufs oder die Identifizierung eines Therapieerfolgs eingesetzt werden könnten.

Sofern das Potential eines innovativen Produktes oder Verfahrens klar erkennbar ist, möchte die Stiftung derartige Innovationen mit einer Anschub- bzw. Brückenfinanzierung fördern.

Das DZNE schreibt einmal jährlich intern die Förderung von Technologietransfer-Projekten aus. Alle wissenschaftlichen Anträge werden von Experten begutachtet. Aus dem Pool der als förderungswürdig eingestuften Projektanträge wählt das Kuratorium der Stiftung in seiner jährlichen Sitzung  mindestens ein Projekt aus, das durch die Deutsche Demenzhilfe gefördert wird.

Geförderte Projekte

Die Förderung von Projekten beschließt das Stiftungskuratorium auf seinen jährlichen Sitzungen. DZNE-Wissenschaftler können unterjährig ihre Anträge einreichen. Für die  Innovationsförderung und für das Innovative Minds Program gibt es spezielle Ausschreibungen, die über das DZNE veröffentlicht werden. Beispiele von bisher geförderten Projekten:

Neuartiges MRT-Projekt zur Überprüfung der Wirksamkeit von Medikamenten bei Parkinson

Mit 10.000 Euro aus dem Innovative Minds Program hat die Stiftung Dr. Matthew Betts vom DZNE-Standort Magdeburg gefördert. Der Postdoktorand wird mit dem Förderbetrag über einen Zeitraum von zwei Jahren mittels einer neuartigen MRT-Technik spezifisch kognitive Veränderungen bei Menschen mit Parkinson-Syndrom untersuchen. Im Rahmen seines Projektes nutzt er eine neuartige MRT-Technik zur Visualisierung des Locus Caeruleus, eine Struktur im Gehirn, die an der Steuerung der Orientierung sowie der Aufmerksamkeit beteiligt ist. Im Erfolgsfall könnte in zukünftigen Klinischen Studien die Wirksamkeit von Medikamenten dank dieser neuen Methode besser überwacht werden.

 

Computerbasierte Sprach- und Sprechananlyse zur frühzeitigen Demenz-Diagnose

60.000 Euro gingen an ein Innovationsprojekt am DZNE-Standort Bonn: Ein Team um Prof. Dr. Anja Schneider, Dr. Marcus Grobe-Einsler und Dr. Jennifer Faber will den Prototypen einer automatisierten Sprach- und Sprechanalyse entwickeln. Damit soll die frühzeitige Diagnose von bestimmten Formen der Demenz unterstützt werden. Bei verschiedenen neurodegenerativen Erkrankungen kommt es schon früh im Krankheitsverlauf zu Sprech- und Sprachstörungen, die zur Diagnostik herangezogen werden können. Die Beurteilung dieser Störungen ist bislang immer personenabhängig und nur in spezialisierten Zentren durchführbar. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines computerbasierten Prototypen-Algorithmus, spezialisiert auf die automatisierte Sprach- und Sprechanalyse zur Diagnose der Primär Progressiven Aphasie, einer Unterform der Frontotemporalen Demenz.

Sollte diese Pilotstudie erfolgreich verlaufen, könnte sie die Basis für eine größere Studie mit einer höheren Patientenzahl bilden.

Früherkennung von Alzheimer-Demenz mittels virtueller Realität und 3D-Brille

40.000 Euro hat die Stiftung für das Innovationsprojekt von Prof. Thomas Wolbers vom DZNE-Standort Magdeburg zur Verfügung gestellt. Wolbers und sein Team wollen mit Hilfe einer 3D-Brille und einem auf virtueller Realität basierenden Verhaltenstest die Früherkennung von Alzheimer-Risikopatienten verbessern. Der von ihnen entwickelte Verhaltenstest soll räumliche Orientierungsdefizite aufdecken, die durch Störungen im sogenannten entorhinalen Cortex verursacht werden. Dieser spielt eine zentrale Rolle bei der Gedächtnisbildung und zählt zu den Gehirnstrukturen, deren Funktion im Laufe der Alzheimer-Erkrankung als erstes gestört werden. Forschungsprojekte zur Früherkennung von Alzheimer-Demenz sind deshalb so wichtig, weil krankheitsbegleitende Symptome durch die frühzeitige Gabe von Medikamenten abgemildert werden können. Außerdem bietet Früherkennung die Chance, den Krankheitsverlauf durch geeignete Interventions-Therapien vielleicht sogar zu verlangsamen.

 

Bewirkt ein aktiver Lebensstil bei Alzheimer im Frühstadium eine Verzögerung des Krankheitsprozesses? Eine Studie soll das herausfinden

Mit einer Anschubfinanzierung von 14.500 EUR unterstützt die Stiftung Dr. Miranka Wirth und Dr. Theresa Köbe. Die beiden Wissenschaftlerinnen vom DZNE-Standort Dresden wollen untersuchen, ob Menschen mit einem erhöhten Risiko an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken durch eine Änderung ihres Lebensstils länger ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen können, als diejenigen, die ihr gewohntes Leben beibehalten. Um das herauszufinden, entwickeln Wirth und Köbe mit Hilfe der erfahrenen Bewegungstherapeutin Angela Nicotra ein spezielles Trainingsprogramm, das aus musikalischen Reizen, körperlicher Betätigung, sowie mentalen Übungen besteht und welches die Aktivierung und Regeneration von Nervenzellen gezielt anregen soll. Die Durchführbarkeit und Wirksamkeit dieses Programms soll schließlich in einer klinischen Studie am DZNE-Standort Dresden in Kooperation mit anderen DZNE-Standorten geprüft werden.

 

Stiftungspartner Herbert-Worch-Stiftung  unterstützt die DZNE-Studie zum „Demenz-Versorgungsmanager“

Bereits seit 2017 unterstützt unser Stiftungspartner, die Herbert-Worch-Stiftung in Bonn, das Pilotprojekt zur Qualifizierung und Etablierung von speziell geschulten Demenz-Versorgungsmanagern (Dementia Care Manager) am DZNE-Standort Mecklenburg-Vorpommern. Das neue Berufsbild und Anforderungsprofil des Demenz-Versorgungsmanagers wurde von Versorgungsforschungsexperten des DZNE entwickelt und soll mittelfristig bundesweit in die Regelversorgung der Krankenkassen überführt werden.

Demenz-Versorgungsmanager stellen die bestmögliche Versorgung von Menschen mit Demenz in ihren eigenen vier Wänden sicher und entlasten die pflegenden Angehörigen. Sie unterstützen die niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte, indem sie mittels einer Software auf ihrem Tablet systematisch die individuelle Versorgungssituation von Menschen mit Demenz erfassen und Defizite identifizieren.

Die Studie konnte bisher zeigen, dass durch den Einsatz von Demenz-Versorgungsmanagern die medikamentöse Behandlung von Menschen mit Demenz verbessert wird und herausfordernde Verhaltensweisen seltener auftreten.

Auch für das Jahr 2021 hat unser Stiftungspartner wieder rund 68.000 EUR für dieses bedeutende Projekt bereitgestellt.

 

Stifter und Gremien

Stifter

Das Stiftungsgründungskapital wurde von dem ehemaligen deutschen Manager Erwin V. Conradi zur Verfügung gestellt.

Gremien

Die Deutsche Demenzhilfe verfügt über zwei Gremien, das Kuratorium und den Stiftungsrat, die ehrenamtlich tätig sind. Beide Gremien setzen sich aus Persönlichkeiten zusammen, die sich für die Ziele der Stiftung in besonderer Weise mit Rat und Tat engagieren.

Aufgaben des Kuratoriums

Das Kuratorium fasst die Beschlüsse, entscheidet über die Förderung von Projekten und trägt dazu bei, die Ziele der Stiftung in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

 Dem Kuratorium gehören an:

  • Prof. Dr. Dr. Pierluigi Nicotera, Vorsitzender des Kuratoriums
  • Dr. Sabine Helling-Moegen LL.M., stellv. Vorsitzende des Kuratoriums
  • Alexandra Gräfin Lambsdorff
  • Ulrich Voigt
  • Rainer Lüdtke
  • Wolfgang Clement (†)

Aufgaben des Stiftungsrates

Der Stiftungsrat berät das Kuratorium und übernimmt außerdem repräsentative Aufgaben.

Dem Stiftungsrat gehören an:

  • Dr. h.c. mult. Annette Schavan, Vorsitzende des Stiftungsrates
  • Prof. Dr. Helga Rübsamen-Schaeff
  • Dr. Klaus Piehler
  • Claudia von Arnim
  • Eduard Thometzek
  • Olaf Piepenbrock

Informationen und Downloads

PDF
Satzung

Über das DZNE e.V.

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